Sprachen der Türkei: Facetten eines multiethnischen Staats

In der Türkei wurden in der Vergangenheit und werden gegenwärtig circa 50 Sprachen gesprochen, die aus verschiedenen Sprachfamilien stammen. Etwa die Hälfte dieser Sprachen sind zwischenzeitlich ausgestorben, bleiben aber durch historische Überlieferungen und Inschriften weiter präsent. In der modernen Zeit werden in der Türkei mehr als 20 Sprachen gesprochen. Die Türkei ist demnach seit langer Zeit von einer sprachlichen Vielfalt geprägt.

Sprachen in der Türkei

In der Türkei werden mehr als 20 Sprachen gesprochen. (Bild: Gina Sanders – Fotolia.com)

Die Türkei – ein multiethnischer Staat

Selbstverständlich ist die Amtssprache in der Türkei Türkisch. Mehr als 80 Prozent der Menschen, die in der Türkei leben, sprechen in türkischer Muttersprache. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung spricht Türkisch als Zweitsprache. Türkisch ist also die wichtigste Sprache im Land.

Zudem gibt es ungefähr 25 weitere Sprachen aus unterschiedlichen Sprachfamilien, die in der Türkei von Menschen gesprochen werden, die keine türkischen Staatsbürger sind. Daher handelt es sich bei der Türkei um einen multiethnischen Staat. Nach der Amtssprache Türkisch existieren noch zahlreiche weitere Sprachen, die von den im Lande lebenden Minderheiten gesprochen werden.

Weitere Sprachen, die in der Türkei gesprochen werden

Zu den Sprachen, die zusätzlich in der Türkei gesprochen werden, zählen Kurmandschi beziehungsweise Nordkurdisch. Etwa zehn Millionen Menschen sprechen diese Sprache in der Türkei. Auch Zazaki wird von rund zwei Millionen im Land gesprochen. Geringer ist der Anteil des Arabischen und Aserbaidschanischen: Arabisch wird in der Türkei von etwa einer Million Menschen gesprochen, ebenso findet die Aserbaidschanische Sprache mit 550.500 Sprechern Anwendung.

Genauso viele Menschen sprechen in der Türkei Kabardinisch beziehungsweise Ost-Tscherkessisch. Weitere Sprachen, die in der Türkei gesprochen werden, sind Bulgarisch beziehungsweise Pomakisch (etwa 300.000 Menschen) und Adygeisch beziehungsweise West-Tscherkessisch (rund 300.000 Menschen).