Opferfest in der Türkei

Das Opferfest (türkisch Kurban Bayramı) ist der wichtigste Feiertag der islamischen Welt. Es ist Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka (Hadsch) am letzten Tag der Wallfahrt. Der Ursprung des Opferfestes findet sich sowohl im Koran als auch in der Bibel.

Zentrum von Mekka

Zentrum von Mekka (Bild: Gemeinfrei – Wikipedia)

Das Fest erinnert an den Propheten Ibrahim (Abraham), der sich nach der Überlieferung bereit erklärt hatte, seinen Sohn Ismail (Isaak) für Allah (Gott) zu opfern.

Der Zeitpunkt des Opferfestes

Als zweiter religiöser Feiertag neben dem Zuckerfest (türkisch: Seker Bayramı) wird der Zeitpunkt des Opferfestes nach dem islamischen Mondkalender festgelegt. Es beginnt am 10. Tag des 12. Monats des Mondkalenders und dauert vier Tage.

Das Jahr des Mondkalenders umfasst 12 Mondmonate zu je 29 oder 30 Tagen und ist damit zehn Tage kürzer als das Sonnenjahr. Nach der Zählweise des gregorianischen Kalenders kann das Opferfest daher zu ganz verschiedenen Jahreszeiten gefeiert werden.

Die Traditionen des Opferfestes

Beim Opferfest wird der religiöse Charakter des Festes stärker betont als beim Zuckerfest. Es ist Tradition, dass erwachsene Muslime ein Schaf oder Kalb als Opfer schlachten lassen. Das Fleisch wird in drei Teile aufgeteilt und wird dann an Familienangehörige, Verwandte, Nachbarn und Bedürftige verteilt.

Dabei spielt die Religion der Empfänger keine Rolle. Sollte ein Schlachtopfer (Schächtung) nicht möglich sein, wird ein entsprechender Geldbetrag gespendet. Während des Opferfestes ist es üblich, Familie und Verwandte mit kleinen Geschenken zu besuchen.