Die türkische Grammatik

Türkisch ist eine phonologisch sehr schöne Sprache. Das Türkische gehört jedoch nicht zur indogermanischen Sprachfamilie und weicht von den gängigen europäischen Sprachen erheblich ab. Für Lernende ist vor allem die türkische Grammatik meist sehr schwierig, da viele grammatische Strukturen, die man zum Beispiel aus dem Deutschen, Englischen oder Französischen kennt, im Türkischen nicht existieren.

Türkische Grammatik und ihre Endungen

Türkisch ist eine stark endungsbetonte Sprache. Viele Inhalte werden durch Endungen ausgedrückt. Dazu gehören Orts- und Richtungsbezeichnungen wie „in“, „aus“ oder „nach“ oder auch Verbendungen, die die unterschiedlichen Zeiten beschreiben.

Dabei gilt es die sogenannte kleine und große Vokalharmonie zu beachten, die Endungen für Nomen, Adjektive und Verben bestimmen. Welche Endung man jeweils benutzen muss, hängt vom letzten Vokal im Ausgangswort ab.

Oft werden sogar mehrere Endungen an ein Stammwort gehängt, sodass ein sehr langes Wort entsteht, das in anderen Sprachen einen ganzen Satz ausmachen kann. Die Vokalharmonien müssen deshalb besonders gut gelernt und intensiv geübt werden.

Studenten lernen türkische Grammatik

Nicht aufgeben beim Lernen der türkischen Grammatik (Bild: Robert Kneschke – Fotolia.com)

Türkische Grammatik und ihre Merkmale

Hinzu kommt, dass es viele Inhalte aus den indogermanischen Sprachen bei der türkischen Grammatik nicht vorhanden sind. Es gibt beispielsweise keine direkte Entsprechungen für „sein“ oder „haben“. Auch die Modalverben „müssen“, „können“ und „dürfen“ existieren nicht. Hier muss man sich mit Umschreibungen behelfen. Präpositionen oder Konjunktionen, die Nebensätze einleiten, kommen im Türkischen nur minimal vor. Auch diese Strukturen werden mit Endungen ausgedrückt.

Wer Türkisch lernen will, muss also mit einem hohen Arbeitsaufwand rechnen. Mehr noch als bei anderen Sprachen sollte man möglichst viel das Sprechen üben. Wer diese Mühen in Kauf nimmt, wird jedoch sicherlich reich belohnt.

Deklinationen im Türkischen

Kasus Endungen Beispiel Übersetzung Erläuterung Fragewörter
Nominativ & unbestimmter Akkusativ endungslos göl der See, ein See
Genitiv in / ın
/ un / ün
gölün des Sees Drückt den Besitz aus. Kimin? (Wessen?)
Dativ e /a göle zu dem See Drückt die Bewegung auf etwas hin aus. Nereye (Wohin?)
bestimmter Akkusativ i / ı
/ u / ü
gölü den See Drückt die Frage nach „Wen oder Was?“aus. Kimi? (Wen?), Neyi? (Was?)
Lokativ de / da bzw. te / ta gölde im See Drückt eine Ortsangabe aus. Nerede? (Wo?)
Ablativ den / dan bzw. ten / tan gölden vom See her Drückt eine Bewegung aus. Nereden? (Woher?), Neden? (Warum?)