Türkisches Hamam: Erholung und Austausch

Im arabischen Kulturkreis galt das Hamam als Inbegriff ritueller Reinigung. Der gläubige Moslem unterzog sich der Prozedur, um die Regeln des Islam zu befolgen. Deshalb befanden sich die architektonisch oft aufwändig gebauten Badehäuser gleich neben den Moscheen. Heute bevorzugen viele Touristen ein türkisches Hamam, um sich zu entspannen.

Sozialer Treffpunkt Badeoase

Heute dominiert beim Gang in ein türkisches Schwitzbad der Wellness- und Gesundheitsgedanke. Fließendes Wasser ist das zentrale Element, die Behandlung ein Mix aus Körperreinigung, Dampfbad und Massage. Auch wenn in der Türkei die Mehrzahl der Familien ein eigenes Badezimmer besitzt, gehören der Hamam-Besuch und der Minztee danach zum Alltag, denn die streng nach Geschlechtern getrennten Badeoasen sind auch beliebte soziale Treffpunkte.

Entspannen im türkischen Hamam

Entspannen im türkischen Hamam (Bild: Gennadiy Poznyakov – Fotolia.com)

Türkisches Hamam – In den Händen eines Bademeisters

Das Sagen im Hamam hat der „Tellak“, das ist der Bademeister. Er gibt die Abfolge der Wasch- und Reinigungsbäder vor. Das türkische Bad beginnt mit einer Ganzkörperdusche. Dann wird der Körper für zehn Minuten im Dampfraum bei bis zu 60 Grad Celsius aufgewärmt und so die Muskulatur gelockert. Durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit öffnen sich die Poren und können gereinigt werden. Dafür wird die Haut mit Seife eingerieben, typisch in der Türkei ist die Verwendung einer Mischung aus Kernseife und Olivenöl.

Nach einer Entspannungsphase beginnt der Masseur mit seiner Arbeit. Mit einem Peeling-Handschuh, im Original aus Ziegenhaar, entfernt er lockere Hautpartikel. Während der Waschmassage fließt stetig warmes Wasser aus einer Metallschale auf den Körper. Ein erneuter Gang in den Schwitzraum schließt sich an. Wiederum bei 60 Grad Celsius werden Seifenreste und letzte Hautunreinheiten aus den Poren geschwitzt.

Nach der Reinigung die Pflege

Nach der Pflicht kommt die Kür. Moderne Hamams bieten Aromatherapien, Elemente ayurvedischer Behandlungen, Thalasso-, Licht- oder Chromotherapien an. Ein Gang ins Hamam beugt Cellulitis vor und ist, im Gegensatz zur finnischen Sauna, auch für Asthmatiker geeignet.